Körperwahrnehmung ist für Gesundheit zentral
Eine grosse Schweizer Tageszeitung, der «Tages-Anzeiger», titelte kürzlich «Wie man in sich hineinhört, kann über das Wohlbefinden entscheiden».
Im Artikel wird die lange vorherrschende Unterteilung von Körper und Seele (Stichwort René Descartes) hinterfragt und aufgezeigt, wie wichtig es eigentlich für unser Wohlbefinden ist, uns selbst spüren zu können.
➡ «Unser gesamtes Denken, Fühlen und Handeln wird zu einem erheblichen Teil von Informationen aus dem Körperinneren mitbeeinflusst», wird Psychologin Beate Herbert, Professorin für Biologische Psychologie an der Charlotte-Fresenius-Hochschule München, im Artikel zitiert.
Was wir spüren, beeinflusst, was wir denken
Interozeptive Signale bilden die Grundlage für subjektive Erfahrungen von Emotionen und Selbstbewusstsein (Craig, 2002; Seth, 2013; Barrett & Simmons, 2015).
Das bedeutet, dass wir uns fragen, ob das Herz schneller schlägt, weil wir Angst empfinden oder ob wir Angst empfinden, weil das Herz schneller schlägt. Und hier können wir eine Brücke zur Polyvagal-Theorie und dem Vagusnerv schlagen:
➡ Für das autonome Nervensystem zählt hauptsächlich, wie sicher wir uns fühlen und nicht unbedingt, wie sicher wir tatsächlich sind (Porges & Porges, Our Polyvagal World, 2025).