Resonanz: Der Faktor Mensch
In Diskussionen über die Grenzen von KI im Coaching wird oft die Fähigkeit der Wahrnehmung und Beobachtung genannt. Denn Mimik, Haltung, Stimme oder Atem von Coachees erzählen eine nonverbale Geschichte.
Ein Argument in dieser Diskussion lautet oft, dass auch KI bald Emotionen erkennen kann. Chatbots oder künstliche Video-Coaches werden vermutlich lernen, Mimik, Stimme oder sogar physiologische Signale auszuwerten.
Was jedoch fehlt, ist etwas anderes: Resonanz. Erfahrene Coach:innen gehen mit den Worten, Gefühlen und Bewegungen ihrer Coachees in Resonanz. Sie passen ihre Sprache an, reagieren mit Stimme und Mimik und spiegeln oft unbewusst die Körpersprache ihres Gegenübers. Diese Resonanz schafft Vertrauen.
Neurowissenschaftliche Forschung zeigt, dass Signale wie Stimme, Blickkontakt oder Körperhaltung beeinflussen, wie sicher wir uns im Gespräch fühlen. Erst wenn wir uns sicher fühlen, öffnen wir uns wirklich.
Warum die Beziehung im Coaching so wichtig ist
Eine der am besten erforschten Grundlagen erfolgreicher Therapie und Coaching ist die Beziehung zwischen zwei Menschen. Die Forschung spricht hier von der sogenannten Therapeutic Alliance. Gemeint ist die Qualität der Beziehung zwischen Coach:in und Coachee.
Meta-Analysen mit zehntausenden Teilnehmenden zeigen seit Jahrzehnten einen stabilen Zusammenhang zwischen dieser Beziehung und dem Erfolg von Veränderungsprozessen. Empathie, Vertrauen und echte Interaktion spielen in dieser Beziehung eine tragende Rolle. All diese Dinge kann KI momentan nur simulieren.